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Am 7. September ist es soweit. Der erste Deutsche Solopreneur Day startet. Wir freuen uns, gute Partner gefunden zu haben und dass bereits nach wenigen Stunden die meisten Karten weg waren. Auch wenn wir im Makerhub in Hamburg den ersten Fachtag für Solopreneure in kleiner Runde beginnen, ist diese Resonanz ein Zeichen dafür, dass es Zeit war.

Warum ist es Zeit für einen Solopreneur Day?

Bei uns hat es einige Jahre gedauert, bis wir verstanden haben, was wir unternehmerisch eigentlich sind oder besser noch: Sein wollen.

• Wir hatten Angestellte. Waren damit aber nicht glücklich.
• Wir hatten Mitgesellschafter. Auch das lag uns nicht.
• Wir haben in zwei Start-ups am Steuer gestanden und sind doch nicht die typischen Online-Kapitäne.
• Wir sind seit über 20 Jahren selbstständig und denken unternehmerisch.

Was sind wir genau?
Wir sind – und das hat uns niemand vorher gesagt – Solopreneure.

Wir sind solo – wir wollen solo bleiben

• Wir wollen selbstständig unser Business bestimmen.
• Wir sind Home-Office-Fans und arbeiten seit einigen Jahren von einem Ort, an dem andere Urlaub machen.
• Wir operieren am liebsten alleine und netzwerken gerne mit eigenverantworlichen Teams.
• Wir lieben prozessorientierte Geschäftsmodelle – auch wenn wir noch nicht alle unsere Jobs operativ so aufbauen.

Wir sind Solopreneure, aber es hat sehr lange gebraucht, bis wir diese Schublade benennen konnten. Schlicht und ergreifend, weil in unserem Land offiziell niemand diese Klasse als eigenständig betrachtet. Es gibt zweifelsohne einen Business Frühling und die Start-up Szene hat die Dotcom-Krise schon lange hinter sich. Wer aber sagt: Ich bleibe alleine, habe ein Home-Office und bin Unternehmer – der erhält nach wie vor schräge Blicke. Was ist es nun: Selbstständiger oder Unternehmer?

Und dann passt dieses Wort auf einmal: Solopreneur. Ja, das sind wir.

Der Solopreneur Day richtet sich an alle, die single-handed unterwegs sind

Der Solopreneur Day ist unsere Antwort auf unserer Erkenntnis, was wir sind. Natürlich habe auch schon andere über Smart-Working oder die neue Klasse der digitalen Arbeiter berichtet. Und doch: Haben Sie die Seele der Solopreneure verstanden?

Wir fanden: Nicht immer. Häufig wird auf zwei Seiten vom Pferd gefallen. Entweder geht es um die armen outgesourcten Digitalameisen (die dürfen nicht mehr in die eigentliche Firma kommen). Oder um die Überflieger-Self-Coding-Supermänner, die bereits vor dem Frühstück ihre nächste neue App ins Netz geschossen haben 😉

Der Solopreneur Day möchten den Mittelweg finden.

Als wir 1993 unser erstes Apple Laptop kauften – jedes Smart Phone kann heute mehr 😉 – hatten wir schon verstanden, dass wir damit von fast überall arbeiten können. Wie viele neue Möglichkeiten sich dadurch aber eröffnen, dämmerte uns erst Stück für Stück. Das Internet stand dabei zunächst gar nicht im Vordergrund. Wir konnten einige Dienstleister umrunden, die Dinge nicht so machten, wie unsere Kunden sie brauchten.

Und dann kam das Internet …

Ab 1998 (oder so) ging es viel um Technik, Telefonleitungen, Server, Business Models. Irgendwie wurden viele Dinge immer größer geredet, als sie an einigen Stellen sind. Auch wir wurden zwischenzeitlich vom Zuckerberg-Fieber erfasst. Internet-Business, E-Commerce, Digitale Revolution – alles schien groß und gigantisch.

Und dann kamen wir auf unsere eigene Biografie zurück und fragten uns: Was ist mit uns, was wollen wir?

Unsere Antwort: Es ist gar nicht der große internationale Start-up. Wir wollen unser Business solo und unabhängig.

Abschied von anderen Geschäftsmodellen? Ja und Nein. Wir sind nicht verbissen. Die Zukunft gehört nicht alleine den Solopreneuren. Unsere Gesellschaft lebt vom Nebeneinander verschiedener Unternehmens- und Arbeitsformen. Wir stecken nach wie vor als Business Angel unsere Nase in den einen oder anderen Start-up (große Schiffe haben ja auch eine gewisse Ästhetik), aber privat und professionell sind wir Solopreneure.

Solopreneur Day – worum geht es?

Es gibt mehr Solopreneure, als viele klassische Arbeiter sich das vorstellen. Natürlich auch viele Mischformen. Und einige Legenden wie den „4-Hour-Mythos“. Zeit darüber zu reden, Wissen zu verdichten und sich zu vernetzen. Der Solopreneur Day bündelt das Fachwissen rund um Solopreneurship und soll Mut machen, seinen Weg zu gehen.

Wir freuen uns auf jeden Teilnehmer des ersten Solopreneur Day und auch auf Thorsten Kucklick und Jan-Kristof Arndt, die mit uns Schlaglichter auf das Leben an der Solo-Ruderpinne werfen.