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Wie Sie mit anderen zusammenarbeiten, ohne auf eine Sandbank aufzulaufen

Yvonne hat ein klares Bild von ihrer Zukunft. Sie will ein Expertenmodell aufbauen. Ihr Thema ist klar, ihre Angebote stehen und als nächsten Schritt möchte sie ihre Website freischalten. Da sie sich selbst nicht an das Erstellen einer Internetseite herantraut, geht sie auf Bernd, ihren Bekannten zu. Dieser ist Webdesigner und macht so etwas täglich.

“Delegieren ist eine Schlüsselkompetenz als Solopreneurin, “

sagt sich Yvonne und fragt Bernd, ob er diese Aufgabe übernehmen könne.

Endlich ist der Kopf wieder frei für die eigentlichen Aufgaben. Yvonne arbeitet an ihren Produkten. An einer Stelle hat sie das komische Gefühl, dass Bernd sich doch einmal melden könne, wie weit er gekommen ist. Aber es läuft bei ihr gerade so gut. Von daher ruft sie erst 2 Tage vor dem geplanten Start bei Bernd an.

“Wie? Du willst übermorgen online gehen? Ich habe noch nichts gemacht. Du hattest mir doch keinen Auftrag gegeben.” Yvonne fällt aus allen Wolken. Sie dachte, sie hätte sich klar ausgedrückt. Ob er es noch in zwei Tagen schaffen könne. “Unmöglich” ist die Antwort, er habe drei wichtige Aufträge und stehe im Wort.

Yvonne hat nun ein Problem. Sie dachte, Bernd wäre der richtige Partner für diese Aufgabe. Alles machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Und nun das. Sie hat sich auf diese Lösung so sehr verlassen, dass es sie jetzt kalt erwischt.

Wie hätte sie sich verhalten müssen, um nicht in diese Falle zu laufen?

In Alternativen denken

Smart zu sein, bedeutet, flexibel zu bleiben. Wer seine Unabhängigkeit erhalten möchte, sollte lernen, in Alternativen zu denken. Wir beobachten immer wieder bei uns und anderen, dass wir uns zu schnell auf eine Lösung festlegen:

• wir entscheiden uns für die erste Idee
• wir entscheiden uns für das erste Angebot
• wir entscheiden uns für die erste Lösungsoption
• wir arbeiten ohne Plan B

Smart sein, heißt flexibel zu sein

Häufig passen die naheliegenden Dinge doch nicht. Dafür kann es viele Gründe geben. Als Smartianer rechnen Sie das ein. Natürlich gehen Sie auf Bernd zu, wenn Sie Bernd kennen. Aber sie gehen nicht davon aus, dass er deshalb auch schon der richtige Partner ist.

Smart zu werden bedeutet, schneller den Kurs anzupassen als früher

Entrepreneur zu sein, heißt immer wieder in neuen Feldern Aufgaben zu vergeben. Es ist Arbeit, ein Geschäftsfeld zu entwickeln und man ist häufig froh, überhaupt eine Lösung gefunden zu haben. Verständlich, dass man die Energie für Plan B nicht immer aufbringt. Verständlich, aber gefährlich. Wer keine Alternative vor Augen hat, bringt sich schnell in Sackgassen.

Diese Tipps helfen Ihnen, Sackgassen zu vermeiden


Tipp 1 – Von Anfang an flexibel denken

Bereits in der Ideenentwicklung bleiben Sie flexibel. Versteifen Sie sich nicht auf eine einzige Lösung oder besondere Lieblings-Details. Haben Sie einen klaren Kurs und entdecken und umfahren Sie Hindernisse möglichst frühzeitig. Setzen Sie das Schiff nicht auf eine Sandbank.


Tipp 2 – Arbeiten Sie mit austauschbaren Komponenten

Gleich ob Sie ein Lager für Ihre Ware, einen Programmierer oder einen Produzenten für Ihr Produkt suchen: Bauen Sie Systeme auf, die Sie wieder wechseln können. Achten Sie auf Verträge, die Sie kurzfristig kündigen können, auf Software, die auch andere Programmierer weiter pflegen können usw.


Tipp 3 – Halten Sie sich bis zum Abschluss eine zweite Option offen

Ein Anbieter gefällt Ihnen. Sie fühlen sich sicher. Nun wäre es einfacher, die Recherche an anderer Stelle einzustellen. Tun Sie das nicht. Machen Sie sich die Mühe, parallel zu Bernd noch mit einem anderen Programmierer zu sprechen und den Auftrag auch dort so weit voranzutreiben, dass Sie ihn an zweiter Stelle auch vergeben könnten. Erst, wenn die Sache mit Bernd wirklich gut aussieht, ziehen Sie diese Sicherungsleine zurück. Auch sonst bleiben Sie mit offenen Augen im Markt.


Tipp 4 – Den Partner antesten

Woher wissen Sie, dass Bernd gut arbeitet? Versprechen Sie ihm nicht sofort den ganzen Auftrag. Bitten Sie ihn um eine erste Testrunde. Wenn es nicht läuft: Trennen Sie sich sofort. Viele Probleme entstehen, weil man an der Option festhält. Wechseln Sie früher und bleiben Sie dort, wo sich Dinge bewähren.


Tipp 5 – Klare Absprachen, klarer Start, klare Zwischenmeldungen

Yvonne hat die Sackgasse selbst verursacht. Sie dachte, ein schneller Telefonanruf und eine E-Mail mit einigen Gedanken würden ausreichen. Sie hat den Prozess nicht gründlich geklärt. Treffen Sie klare Absprachen, sprechen Sie den Start- und Fertigstellungszeitpunkt sauber ab. Eine schriftliche Auftragsvergabe ist nach wie vor angesagt. Melden Sie sich beim Partner und sprechen Sie Meilensteine ab. So wissen Sie, was läuft und ob es läuft.


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