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Das Wissen kocht über.

Immer mehr Menschen können Wissen publizieren. Von daher nimmt die Quantität des Wissens mit einer Geschwindigkeit zu, dass es einem die Sprache verschlägt. Oder anders gesagt: Das Wissen kocht über und die Frage ist, wie wir es überhaupt noch zu uns nehmen können.

Dieses Problem bezeichnen andere als Informationsexplosion.

Unsere Köpfe werden – wenn wir nicht aufpassen – von unwesentlichen Bildern, Texten und Informationen überschwemmt. Das sind tausende von Urlaubs-Fotos und Nachrichten wie: „Ich bin gerade in Wanne am Bahnhof, kommst Du später noch vorbei?“ Flaches Wissen hat eine Funktion, ist aber für andere in so gut wie allen Fällen nicht relevant.

Dem gegenüber steht das „tiefe Wissen“.

Ich kann z.B. das Buch „Fluss-Strategien Meerforellen“ lesen. Michael Zehmann und Heiko Döbler haben es 2010 rausgebracht. Danach weiß jeder, wo die Meerforelle im Fluss steht (erstaunlich, was man in Deutschland alles über Meerforellen in einem Fluss wissen kann). Es ist wirklich genial. Tolle Fotos, tolle Zeichnungen. Für Meerforellen-Fluss-Angler ein Muss.

Meine Frau und ich angeln nicht.

Durch einen Zufall haben wir das Buch im Regal stehen. Lesen werden wir es nicht …

Wie überlebe ich die Wissensexplosion?

Damit sind wir bei der Frage, welches Wissen für einen persönlich relevant ist. Klar ist: Der einzelne Kopf ist zu klein für die Wissensexplosion.

Spielen wir dies einmal an dem guten alten Buch durch (Magazine, Zeitungen und digitale Medien lassen wir einmal außen vor):

Ich persönlich schaffe in guten Monaten 2 neue Fachbücher richtig zu lesen. Meine Lesepensum liegt also bei maximal 24 Büchern im Jahr. Dazu kommen eine Reihe von Büchern (ich rezensiere nebenbei für Newsletter), die ich „scanne“, also teilweise lese. Dies sind noch einmal 4 Bücher pro Monat. Meine Wissensverarbeitung bei Büchern liegt also bei:

24 Bücher ganz / 48 Bücher zur Hälfte
Sagen wir einmal hoch gegriffen: Ich bin ein 50-Bücher-pro-Jahr-Kopf.

Bleiben wir noch einmal – old Fashion – beim Papier: Selbst als Gernleser stehe ich einer gigantischen Flut von Neuerscheinungen gegenüber. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels publiziert regelmäßig die Zahl der neuen Bücher für Deutschland. Sie kletterten von 2004 grob 86.000 Neuerscheinungen auf 2011 rund 96.000. Wir haben uns in Deutschland damit auf ein Niveau von über 90.000 Papier-Buch-Neutitel pro Jahr eingependelt.

Die Zahl 90.000 soll uns für das nächste Gedankenspiel reichen:

 

Mein 50-Bücher-Kopf steht pro Jahr 90.000 neuen Büchern gegenüber.
Das orangene Quadrat ist übrigens zu groß. Sonst könnte man es gar nicht sehen …

Ich kann also 0,05 Prozent der deutschen Buchproduktion wahrnehmen! Mehr nicht.

Ich bin einmal mutig und erweitere dieses Fenster: Nehmen wir an, ich kann 0,05 Prozent der deutschen Fach-Medien (Bücher, Periodika, Digital) scannen und einen noch kleineren Bruchteil der englischsprachigen Erscheinungen. Das ist mein Fenster. Sie werden ein größeres oder ein kleineres Fenster haben.

Die spannende Frage ist, wie Sie Ihr Wissens-Fenster setzen.

Fensterwissen

Und hier führen wir einmal den Begriff des Fensterwissens ein. Wir müssen uns entscheiden, in welchem Fenster wir Wissen suchen und aufnehmen. 90.000 Bücher kann niemand in einem Jahr zu lesen. Es ist aber auch nicht notwendig. Denn es sind viele Bücher dabei, die ich gar nicht brauche.

Sie haben zwei Möglichkeiten

A – Sie lassen sich treiben.

Sie verteilen Ihre 0,05 Prozent Aufnahmefähigkeit wahllos. Machen also das Fenster weit auf und lassen alles rein. Bei den deutschen Büchern würde dies bedeuten: Aus jeweils 1.800 Büchern ziehe ich per Zufallsgenerator einen Titel und lese ihn. Auch das Buch über die Meerforelle. Das empfehlen wir nicht. Denn dann gehen Sie in der Flut des Wissens unter. So entsteht kein Fensterwissen, sondern ein Flickenteppich.

B – Sie entscheiden sich bewusst, welche Dinge Sie lesen / hören / sehen

Sie filtern also. Sie setzen Ihr Fenster bewusst. Sie bauen Fensterwissen auf.

Und das führt zur zentralen Frage: Wie kommen Sie an die 50 Bücher heran, die Sie wirklich lesen wollen und die Sie voranbringen? Diese Frage können wir auf alle anderen Medien übertragen: Wie kommen Sie an die richtigen Beiträge, die Sie weiterbringen? Was wäre Ihr persönliches Fenster? Andere sagen Filter dazu.

Aber es gibt noch einen Trick

Können Sie Ihr Fenster erweitern?

Die beste Frage wäre:

Gibt es jemanden, der für mich in einem Gebiet die 50 relevanten Bücher pro Jahr liest, mit den Praktikern in Kontakt bleibt, selbst experimentiert und mir dann sein Fensterwissen rübergibt?

Denn wenn Sie so 10 x Fensterwissen bekommen, haben Sie die Zahl 50 mal eben auf 500 erhöht. Sie müssen weniger verarbeiten: Nämlich 10 Bücher (um im Bild zu bleiben) und haben doch ein größeres Einzugsgebiet. Wenn Sie das Konzept des Fensterwissens verstanden haben, dann wissen Sie, welches Konzept hinter Smart Business Concepts steckt.

Smart Business Concepts – das Buch

Unser Grundlagenbuch Smart Business Concepts ist ein „Fensterbuch“. Wir haben es als Orientierungsbuch geschrieben.

Bevor man in ein Thema springt, braucht man eine grundlegende Landkarte. Das Problem vieler Experten im Bereich der Geschäfts-Ideen-Findung ist ihre „Modell-Fixierung“. Sie kennen sich mit einem Modell aus. Dieses haben sie selbst entwickelt oder angewendet und damit Erfolg gehabt. Ergo: Nur dieses ist gut. Anderes sehen sie nicht mehr.

Mit Smart Business Concepts erweitern wir Ihr Fenster.

Von daher die Frage: Welches der 90.000 Bücher werden Sie in diesem Jahr lesen 😉

Von Ehrenfried Conta Gromberg

 


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