Geschrieben am von in Work Life Balance.

Einige Beobachtungen, was Unordnung mit Ihrer Produktivität macht, und 6 Tipps, wie Sie durch eine unordentliche Zeit gut hindurchkommen

 

Wissen Sie was das ist?

 

 

Das ist eine Ecke in unserem Büro (der Rest unseres Hauses sah über Wochen ähnlich aus) und einer der Gründe, warum wir einen kompletten Newsletter ausgelassen haben. Und das, obwohl wir einen richtig guten Start ins Jahr hatten und einiges auf der Agenda.


Was ist passiert?

Wir haben in den letzten Wochen erlebt, was es bedeutet, wenn das Leben unordentlich wird. Drei Dinge zerschlugen unseren eingespielten smarten Business-Rhythmus:

• Zum einen hatten wir uns vorgenommen „etwas“ im Haus und auf unserer Kreativ-Etage zu renovieren. Daraus wurden einige Fenster, die ausgetauscht, einiges, was umgebaut, diverse Räume, die neu gestrichen und viele, viele Lampen, die neu gelegt wurden. Wenn man die Wände anfasst, dann schon richtig. Am Ende waren insgesamt 5 Gewerke beteiligt.

• Dazu kam ein Todesfall im nächsten Angehörigenkreis. Wir mussten uns um viele Dinge kümmern: Papier- und Behördenkram neben all den persönlichen Prozessen, die ein Tod mit sich bringt.

• Dann kam noch die Grippewelle, die unsere Handwerker (und auch uns streckenweise) flach legte und jeden noch so gut aufgestellten Plan zielsicher torpedierte.

Wir gehen nicht ins Detail. Unter dem Strich sah unser komplettes Haus aber irgendwann so aus, wie das oben gezeigte Foto. Und es war nicht nur eine „äußerliche“ Unordnung. Auch in unseren Köpfen und Terminkalendern sah es zwischendurch wüst aus.


Einige Erfahrungen wollen wir aus dieser Zeit weitergeben

Wir sind erfahrene Home-Office Arbeiter und sprechen und schreiben viel über die Wichtigkeit des Kreativen Raums. Auch, dass einiges an Disziplin und Ordnung dazugehört, das eigene Business aufzubauen und in Betrieb zu halten (plus dass man dazu eine gewisse Ruhe und einen Schutzraum braucht). Diese Zeit war ein Lehrstück in puncto Chaos-Management.

Hier unsere wichtigsten Learnings:
 


A – Unordnung senkt die Kreativität

Als Solopreneur ist die eigene Ordnung die Basis für das betriebliche Ergebnis. Wir meinen damit eine Umgebung, die so gestaltet ist, dass Sie optimal arbeiten können. Das ist in unserem Home-Office normalerweise absolut der Fall. In dem Moment, in dem die Räume umgestellt und mit immer mehr Werkzeug belegt wurden, verlangsamte sich unsere Arbeit. Sie wurde schwergängiger. Spätestens als die Zimmerleute mit der Kreissäge in die Wände gingen, war es mit der Konzentration vorbei. Wenn dann noch andere Dinge dazukommen, gab es hin und wieder Tage mit totalem Stillstand in der kreativen Arbeit.

Wir haben natürlich nicht aufgehört. Die Frühjahrsgruppe läuft gut und auch in anderen Dingen haben wir die Spur gehalten. Aber ein Teil der sensiblen Dinge ging nicht mehr. Unter anderem verzögerte es die Arbeit an unserem neuen Buch. Weil es viel schwerer ist, sich in der Unordnung zu konzentrieren, als in einer aufgeräumten Umgebung. Wir hatten das schon erwartet, waren über die Deutlichkeit dieses Zusammenhangs aber dann doch überrascht.

Folgerung

Wenn es so ist, dass eine unordentliche Umgebung die Kreativität senkt, dann bedeutet das, dass wir auf unsere Umgebung (unseren Kreativen Raum) achten müssen. Die Unordnung raushalten, den Überblick behalten. Gleich ob im Home-Office, im externen Büro, im Coworking oder unterwegs. Und wir meinen mit „Unordnung“ hier nicht das kreative Chaos, das der eine oder die andere braucht. Wir meinen damit einen Arbeitsraum, in dem Sie Herr der Situation sind.


B – Hin und wieder überholt das Leben

Zum Leben gehören die Phasen, in denen die Dinge nicht gerade laufen. Wir hören auch in den Intensivgruppen immer wieder Biografien, die das bestätigen. Es gibt Jahre, die sind gut und zügig und es gibt andere, da passieren Dinge, die man einfach hinnehmen muss. Krankheit, Trennung oder Unglücke verlangsamen einen Geschäftsaufbau. Es kann gar nicht anders sein.

Folgerung

Wenn unser Leben hin und wieder unsere Planung durchkreuzt, bedeutet dies: Keine Planung darf so eng sein, dass sie eskaliert, wenn ein zusätzliches Ereignis eintrifft. Wir meinen nicht, dass Sie sich von jedem Kleinkram Ihre Planung zerschlagen lassen („Nein“ sagen zu können, ist nach wie vor eine smarte Tugend). Aber es gibt dann doch Tage, an denen das nicht geht. Für diese Fälle brauchen Sie taktische Reserven und Puffer (Zeit wie Geld). Dann zahlt es sich aus, wenn Sie Routinen haben und die laufenden Projekte nicht zu groß angelegt sind. Wir haben persönlich gemerkt, an welchen Stellen unsere Routinen schon stark und stabil waren und an welchen Stellen schwach.


6 Tipps aus einer Zeit der Unordnung

1 – Vorher einen Überlauf definieren

Bevor Sie in einer bestehenden Struktur Dinge gravierend ändern: Überlegen Sie, wie Sie ausweichen können und wo die Arbeit weitergeht. Wir haben ständig zwei Kernräume für die Arbeit freigehalten. Ohne diese wäre ein Fortgang nicht möglich gewesen. Das gleiche gilt für Server, Geräte, Strom, Fahrzeug, Lebensmittel, Wasser …: Was darf ausfallen, was ist Plan B? Digitale Nomaden schmunzeln jetzt. Alle anderen leben in einem Kartenhaus und sollten vor Augen haben, was passiert, wenn im Ernstfall eine Karte einknickt.


2 – Räumen Sie trotz Unordnung auf

Nimmt eine Unordnung immer weiter zu, kommt der Zeitpunkt, an dem man am liebsten resignieren möchte und man die Dinge laufen lässt. Tun Sie das nicht. Bleiben Sie dran, nachzuräumen und das Chaos immer wieder einzugrenzen. Seien es Ihre Daten auf dem Rechner, Ihre Ablage, Ihre Prozesse oder Ihr Büro. Jeder Flecken Ordnung stabilisiert die Lage wieder etwas. Es gibt keinen Point of no Return. Sie können immer gegen Unordnung anarbeiten. Für kurze Zeit kann man Dinge laufen lassen. Sobald Sie aber wieder bei Atem sind: Aufräumen.


3 – Stoppen Sie zu große Projekte rechtzeitig

Merken Sie, dass die Zeitpläne gerade kollabieren, analysieren Sie schnell, was davon betroffen ist und canceln Sie zügig die Dinge, die nicht mehr zu halten sind. Versuchen Sie nicht, verlorenes Terrain um jeden Preis zu retten. Damit würden Sie die Situation nur weiter verschlimmern. Sagen Sie in einer konstruktiven Weise ab oder unterteilen Sie Ihre Projekte neu in überschaubare Teilabschnitte. Treffen Sie gegenüber allen Beteiligten den richtigen Ton, können Sie den verloren gegangenen Faden jederzeit wieder aufnehmen.


4 – Bleiben Sie in der Kommunikation

Wir stellen immer wieder fest, dass Menschen in Krisen mit der Kommunikation aufhören. Freelancer, die sich zu viele Jobs aufgeladen haben und mit einem Ergebnis nicht rüberkommen oder in unserem Fall Handwerker, die durch Grippe total ausfielen. Das kann alles passieren. Stellen Sie aber das Handy nicht ab und lesen Sie weiter die Mails. Oder noch besser: Schreiben Sie einen kurzen Einzeiler, was passiert ist. Dann können sich die anderen darauf einstellen. Jede Mini-Kommunikation ist besser als eine Nullkommunikation.


5 – Setzen Sie sich weiter Ziele

Hören Sie trotz Chaos nicht auf, an jedem Tag kurz zu priorisieren und mit einer Checkliste die Arbeitspunkte zu ordnen. Nein, in einer Krisenzeit schaffen Sie nicht mehr alle Punkte. Aber Sie schaffen dennoch viel, wenn Sie sich nicht vom Chaos den Stift aus der Hand nehmen lassen.


6 – Pausenchancen wahrnehmen

Auch im größten Chaos scheint irgendwann die Sonne und aus irgendeinem Grunde ist gerade kein Handwerker im Haus, kein Telefon klingelt, kein Termin steht an, es gibt kein weiteres Unheil aufzuhalten. Dann bleiben Sie nicht im Krisenmodus: raus aus dem Haus. Ab in die Sonne, das Leben genießen und auftanken.


Unser Fazit aus einer Phase der Unordnung

Lassen Sie sich von einer Chaosphase nicht ausschalten. Wenn wir über “Think smart!” nachdenken, gehört der Faktor „Umgebung“ auf jeden Fall dazu. Der Ort, an dem wir sind und arbeiten, hat Auswirkungen auf unser Denken, unsere Stimmung, unsere Kreativität und damit auf unsere Produktivität. Achten Sie auf Ihren Kreativen Raum und wenn eine Krise kommt: steuern Sie mit Fingerspitzengefühl weiter.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Kreativität, wachsende Ordnung und gutes Vorankommen.


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