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Smarte Steuerberater

Als wir die Solo Challenge „Neue Steuerberater braucht das Land!“ ausriefen, taten wir es aus einigen Erfahrungen, die uns zeigten: Steuer und Steuerberatung muss bei einem Smartianer nicht gut gehen. Einige kurze Beobachtungen (auch wenn die Challenge noch nicht die Größe hatte, dass man daraus eindeutige Schlüsse ziehen kann).

Es hat Spaß gemacht

Als erstes hat uns die Challenge Spaß gemacht. Wenn man Sätze zugesandt bekommt wie: „Im Vordergrund steht der Mandant mit seinem Lebenssachverhalt“ – das ist gut. Mensch und Steuerberater: zwei Welten begegnen sich. Aber Spaß beiseite – es geht wirklich darum, die andere Seite kennenzulernen. Bereits gestern Abend mailte uns ein Solopreneur-Experte, dass er einen der Challenge Teilnehmer angesprochen hat. Und sprechen müssen wir, da wir in einer Situation stecken, die sich vom Entrepreneur nicht mehr gut steuern lässt. Wer uns kennt, weiß dass „Steuerbarkeit“ ein hoher Wert für Smartianer ist. „Steuerhohheit“ ist dagegen eine ganz andere Welt.

Vier Systeme, die ineinandergreifen:


• eine (sich ständig ändernde) Gesetzgebung
• ein konkretes Finanzamt (Sachbearbeiter), der nach seinem Muster handelt
• ein (hoffentlich smarter) Steuerberater
• ein Solopreneur oder anderer (hoffentlich smarter) Unternehmer


Natürlich ist es unfair, in der Solo Challenge nur die Steuerberater herauszugreifen. Sie sind das Symptom, dass dieses „Vier-Systeme-System“ besonders in Deutschland so aufwendig und teuer geworden ist.

Es ist von SteuerberaterInnen dann immer wieder zu hören (auch in der Challenge):

Gute Arbeit ist ihren Preis wert

Wir finden, Sie würdigen unsere Kompetenz nicht

Inkompetenz ist teurer, als an der richtigen Stelle zu bezahlen

Solche Aussagen zeigen, dass einige Steuerberater das Problem nicht verstanden haben.

Die alten Positionen reichen nicht mehr

Es geht nicht darum, dass wir nicht sehen, dass Steuerberater etwas leisten und viel wissen. Das Problem ist, dass sie es müssen! (und dass viele Steuerberater auf Status achten, den viele smarte Entrepreneure nicht mehr anstreben). Verschärft wird die Situation, dass wir in der digitalen Revolution leben und altbekannte Terrains sich ändern. Prozesse werden komplexer, auch bei smarten, schlanken operativen Einheiten, die nicht die Umsätze eines Konzerns haben. Das ergibt genug Fläche für Konflikte.

Ginge Steuer ohne Stress?

Vor kurzem hatten wir einen Schweizer Fabrikanten bei uns zu Besuch. Keinen Solopreneur, einen „richtigen“ Unternehmer mit einem nicht ganz kleinen schweizer Werk. Wir fragten ihn, wie er es mit den Steuerberatern hält. Seine Antwort:

Wenn ich ein Problem oder eine Frage habe, gehe ich zum Finanzamt.

In der Schweiz hat das Finanzamt die Aufgabe, den Unternehmer zu beraten, so dass der bestmöglichste Abschluss für ihn rauskommt. Es ist ein Bürger-Service, es wird über strittige Punkte gesprochen, es wird ein Konsens gesucht.

Wie können wir Entrepreneuren Mut machen, in Deutschland zu bleiben?

Ohne die Schweiz als das Paradies zeichnen zu wollen, zeigt diese kleine Anekdote, dass wir in Deutschland weit von einem stressfreien, unternehmerfreundlichen System entfernt sind. In Deutschland befinden wir uns in einem „Kontrollsystem“. Es wird nicht gefördert und gestaltet. Der Entrepreneur muss sich verteidigen und andere dafür bezahlen, dass er bei der Verteidigung alle Spielregeln einhält, die so kompliziert geworden sind, dass ein Normalsterblicher sie nicht mehr versteht.

Wundert es uns dann, wenn die Zahl der Gründungen sinkt?

Weil wir wollen, dass mehr Menschen smart und selbst unterwegs sind, werden wir am Thema dranbleiben. Wir wollen nicht, dass junge Entrepreneure uns weiter fragen, ob es besser ist, ihren Steuersitz ins Ausland zu verlegen. Was sollen wir auf solche Fragen antworten? Das löst in unseren Augen die Probleme nicht.

Gibt es ein Ergebnis von der Solo Challenge?

Ja und Nein. Es gibt viele gute Hinweise und viel Fachwissen und wir sind froh, Steuerberater zu zeigen, die ihr Bestes geben. Wir bleiben unzufrieden mit der Steuersituation und den nach wie vor zum Teil hohen Honoraren, die zusätzlich zur Steuer anfallen. Solopreneure müssen scharf hinsehen und viel mitdenken und die Tendenz bleibt, dass das Finanzamt Verantwortung und Arbeit an die Steuerberater und Entrepreneure abschiebt. Das Vier-Systeme-System läuft in Deutschland für die smarten Kleinen nicht rund. Unter dem Strich bezahlt ein smarter Entrepreneur in Deutschland zu viel, um eine Abgabe sauber zu entrichten. Und es tröstet nicht, wenn Steuerberater sagen, dass sie vor größerem Schaden bewahren. Und wir sind noch etwas skeptisch, ob alles smart ist, was sich smart nennt.

Ein smartes Dankeschön

Die Challenge hat uns Mut gemacht, lauter nach Veränderung zu rufen. Es gibt die Menschen, die hier in Deutschland Entrepreneuren das Leben leichter machen wollen. Auch unter den Steuerberatern. Dank an dieser Stelle an alle Teilnehmer der Challenge, die mit viel Engagement die Fragen beantwortet haben. Sie sind bereit gewesen, einen Einblick in ihre Praxis zu geben. Das hilft, auf beiden Seiten zu lernen und macht Mut zur Veränderung.

 


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