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Warum es wichtig ist, ein Geschäftskonzept zu haben

Bestimmt haben Sie schon einmal über einen anderen gesagt:

Der hat keinen Plan von der Sache.

Das ist kein Lob. Sie wollten ausdrücken: Der andere weiß nicht, wo hinten und vorne ist. Wenn Menschen nicht erfolgreich sind, trifft genau das zu. Sie haben keinen Plan, meint: keine bewusste Vorgehensweise. Oder besser gesagt: Sie haben kein Konzept.

Ein Konzept macht den Unterschied

In unserem Programm-Namen Smart Business Concepts  steckt das Wort „Konzept“. Gemeint ist ein Geschäftskonzept. Und tatsächlich ist das Ziel, dass Sie am Ende etwas schriftliches in der Hand zu haben. Nicht irgendetwas, sondern den Plan, wie Sie smart werden.

„Smart werden“ hört sich gut an.
„Konzept“ hört sich langweilig an.

Warum sollten Sie etwas aufschreiben?

Täuschen Sie sich nicht: Wenn Sie Ihre Idee nicht aufschreiben, werden Sie diese nicht umsetzen. Wer es am Ende nicht auf den Punkt bringt, setzt nicht um. Oder er setzt es ungeklärt um, was fast noch schlimmer ist. Ein klares, gutes Konzept ist wie ein guter Kompass und macht den Unterschied. Es klärt nicht die Zukunft, aber es klärt, wie Sie mit einem Plan an die Zukunft herangehen.

4 Dinge, die kein Geschäftskonzept sind


• Wir meinen mit einem Konzept keine Ziel-Formulierung

In vielen Motivations-Seminaren wird dazu geraten, seine Ziele zu formulieren. Das ist wichtig, Ziele sind gut. Das eigene WARUM zu klären, ist sogar entscheidend. Ein Geschäfts-Konzept ist aber noch etwas anderes. Es ist viel konkreter, quasi der Plan zum Vorsatz.


• Wir meinen mit einem Konzept keine Mind-Map

Häufig zeigen uns Teilnehmer in unserem Programm eine Mind-Map. Mind-Maps sind klasse. Es ist eine sehr gehirnfreundliche Art, komplexe Stoffe schnell zu strukturieren. Gut in der Recherchephase. Aber es ist kein Konzept. Für kleine Projekte mag das gehen. Für eine Smartisierung ist es zu wenig.


• Wir meinen mit einem Konzept keinen Business-Plan

Es gibt ganze Schrankwände voller Bücher, die erklären, wie man einen Business-Plan für eine Bank erstellt. In solchen Vorlagen werden Standardfragen wie „Marktgröße“ nach der immer gleichen Methode beantwortet. Das Ganze gipfelt in einer hypothetischen Hochrechnung von Monatseinnahmen. Das ist kein Konzept. Das ist Blödsinn. Für Solopreneure und smarte Teams ist es Zeitverschwendung. Wir wollen bootstrappen, flexibel bleiben und uns nicht im  Geschäftsverlauf festlegen.


• Wir meinen mit einem Konzept keine Canvas

In der letzten Zeit ist es Mode geworden, viele Sticker in eine Canvas zu kleben. Das können Sie tun, um Ihre Gedanken zu klären. Es ist aber kein Konzept. Vor allem dann nicht, wenn es nicht dokumentiert ist, was Sie sich bei der Canvas gedacht haben. Wir haben schon mehrere solcher „verwaisten“ Canvas-Baustellen an Zimmerwänden gesehen. Mit viel Energie begonnen, nicht beendet, keine Auswirkung.


Was ist ein Geschäftskonzept?

Ihr Konzept fasst die markanten Entscheidungen und Annahmen zusammen, die Sie bei der Umsetzung nicht aus dem Auge verlieren wollen. Grundsätzlich sind Sie frei, wie Sie ein Konzept für sich verfassen. Es kann Bilder haben, muss aber nicht.

6 Tipps, wie Sie ein smartes Geschäftskonzept schreiben


1. Unterscheiden Sie Phasen in der Entwicklung

Das Konzept steht nicht am Anfang, sondern am Ende einer Ideen-Entwicklung. Wir raten nicht dazu, es sofort zu beginnen. In unserem Buch Smart Business Concepts sind die Phasen einer Ideenentwicklung zu Beginn gezeigt:

Ausgangsraum

  • Vorentscheidungen treffen.
  • Exploration. Sammeln und sichten.

Ideenraum

  • Die Idee systematisch formen.
  • Das Konzept klar bekommen und niederschreiben.

Umsetzungraum

  • Nun liegt das Geschäftskonzept vor.
  • Es geht danach an den Prototypen und das Marketing.

2. Halten Sie Ihr Geschäftskonzept kurz

Ihr Geschäftskonzept ist die Zusammenfassung der Idee. Sie klären in einem Konzept NICHT alle Details Ihres Marketings oder jedes Detail Ihrer Produkte.

Der Umfang sind 10 bis maximal 20 Seiten.
Je kürzer und markanter die Sätze sind, um so besser.

Detail-Recherchen stehen parallel in anderen Archiven, Ordnern, Dateien. Das Konzept soll von Ihnen immer wieder gerne gelesen werden. Es ist Ihr „Gedanken-Leitfaden“. Wir haben schon gute Konzepte gesehen, die nur 3 Seiten hatten. Haben Sie ein Telefonbuch geschrieben, sind Sie über das Ziel hinausgeschossen 😉 Gerade Ingenieure schreiben häufig zu viele Details.


3. Das Konzept bleibt flexibel (Versionsnummer)

In der kreativen Phase (Ideenentwicklung) meiden wir digitale Tools. Alle, die uns kennen, wissen: Wir lieben Bleistift, Sticker, Radiergummi und das gute alte Papier. Das ist in der Ideenfindung für das Gehirn viel besser, als der Bildschirm-Kanal. ABER: Ihr Konzept sollte in einem digitalen Dokument niedergelegt werden. Ob in Word, Open Office oder einem anderen Programm ist gleich. Nehmen Sie das Programm, in dem Sie sich wohl fühlen.

Sie starten evtl. mit Vorversionen (0.1 bis 0.9) bis zu einer ersten Arbeitsversion (1.0). Version 1.0 ist dann der Masterplan, mit dem Sie in die Umsetzung gehen. Ab dann gibt es Nachbesserungen (1.1 bis 1.9) oder eine neue Version, wenn Sie an einer Stelle grundlegend etwas verändern (2.0). Ein Konzept ist also nicht starr. Es verändert sich mit Fortschritt.

Flexibel geht vor schön. Wichtig: Sie können Ihre Konzept jederzeit ohne viel Aufwand modifizeren. Es ist ein internes Dokument für Sie, es ist kein Prospekt.


4. Das Konzept hält Ihre wichtigsten Entscheidungen fest

Bei einem Smart Business Concept wird die Frage nach dem Zielsystem (Geschäftstyp) und der eigenen Rolle (Solopreneur-Typ) festgehalten. Zitat aus unserer letzten Intensivgruppe: „Mir ist besonders deutlich geworden, im Konzept von der Solopreneuer-Rolle aus zu denken und daher werde ich mich ab jetzt voll auf die Händlerrolle konzentrieren.“ Grundentscheidungen bringen Klarheit für den Kurs. Bei den Produkten werden  die wichtigsten Merkmale notiert, z.B.: „Ich will die STABILSTEN Gummistiefel für Kinder herstellen.“


5. So kann die Gliederung Ihres Konzeptes aussehen

Was für wen?

  • Zielsystem – was wollen Sie schaffen? Geschäftstyp.
  • Ihre Solopreneur-Rolle
  • Ihre Quellen
  • Ihre Kunden

Wie zu welchem Preis?

  • Ihre Prozesskette
  • Ihre Produkte
  • Ihre Komponenten
  • Kalkulation / Finanzielle Ziele

Marketing und Markteintritt

  • Ihre Vortests (Prototypen)
  • Ihre Märkte
  • Ihr Marketing
  • Ihr Zeitplan

6. Arbeiten Sie mit der Produkt-Treppe

Für Solopreneure ist die Produkt-Treppe der schnellste Weg, ein schlüssiges strategisches und operatives System darzustellen. Die Produkt-Treppe erklären wir hier nicht im Detail. Verschiedene Solopreneure arbeiten bereits mit unserem neuen Tool. Wir werden Anfang nächsten Jahres genauer vorstellen, was sich dahinter verbirgt. Für diesen Konzept-Leitfaden nur kurz: Überlegen Sie sich eine klare Struktur, wie Ihre Produkte aufeinander aufbauen. Denken Sie von den Produkten her und nicht abstrakt.


Ran ans Konzept!

Wir legen Ihnen ein Geschäftskonzept ans Herz.

Einmal geschrieben, bringt es einen ganzen Schub an Klarheit und wird Ihr ständiger Begleiter. Hin und wieder gilt das sogar wortwörtlich. Wir trafen vor einigen Jahren einen sehr erfolgreichen Entrepreneur. Es war ein legeres Treffen. Als wir ihn fragten, woran er arbeitet, holte er aus seinem Rucksack einen Schnell-Hefter mit einer handvoll Seiten. Er schlug die erste Seite auf: Dort stand kurz und knapp, woran er arbeitete. Auf der nächsten Seite die Ziel-Planung. Noch eine Seite weiter sein Zeitplan. Er sagte uns: „Da schau ich immer mal wieder drauf, damit ich weiß, woran ich arbeite.“ Diese Klarheit wünschen wir Ihnen.

 


 

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