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Mut zur Lücke Fallbeispiel 02 – Website kurz nach dem Start (Stand Nov 2016)

Mut zur Lücke Einführungsartikel

Das zweite Beispiel unserer Serie „Mut zur Lücke“ ist Tanja Philippeit mit ihrem Verlag „Starnberger Spiele“. An diesem Beispiel sieht man, was man beim Start eines Smart Business nicht unbedingt alles sofort auf der Website sieht. Und zeigen damit, dass Sie Ihre Website unbedingt auch dann starten sollten, wenn Sie Ihr Produkt anfangs eigentlich an anderer Stelle verkaufen.

Tanja Philippeit

Website:  starnberger-spiele.de

  • Tanja Philippeit hat ihr Büro direkt am Starnberger See
  • Ihr Verlag heißt daher „Starnberger Spiele“

Blick auf die Startseite von November 2016

In Kürze wird die Website starnberger-spiele.de überarbeitet und mit einem Online-Shop versehen. Von daher ist diese Dokumentation die einzige Möglickeit, sich die Seite im „Rohzustand“ beim Start anzusehen. Die Screenshots zeigen den Stand von November 2016 und damit die Aufmachung der Seite über die ersten Monate des Starts des Verlages. Eben eine „Mut-zur-Lücke“-Seite im ersten Stadium. Wenn Sie in Zukunft auf die Seite gehen, wird dort bereits eine neuere Version zu sehen sein.

Mehr muss es manchmal zum Start nicht sein!

Die Seite startet mit einem knalligen Eyecatcher, dem Titel des ersten Spieles des Verlages und der Unterzeile „So hast Du Mau-Mau noch nie gespielt!“

Die Seite ist eine Single Page Website (= eine einzige, nach unten zu scrollenden Seite). Das Menü im Kopf (Spiele, Verlag, Kontakt, Aktuelles) sind Sprungmarken auf die One Page, dahinter liegen keine eigenen Unterseiten. Das soll auf Dauer aber nicht so bleiben, die Seite ist ein farbiger, fröhlicher Platzhalter und bereitet die Domain starnberger-spiele.de auf den weiteren Ausbau vor.

Dies ist die komplette Seite beim Start. Weggelassen haben wir nur eine Galerie mit ersten Rückmeldungen zum Spiel.

one-page-site-case-study

Tonalität der Seite

Die Seite entspricht einem jungen, frischen, frechen Spiele Start-up. Um das zu unterstreichen, zeigt sie vor allem das erste Spiel: „Emojical Mau-Mau“. Dieses Spiel passt exakt zur Marken-Positionierung:

Starnberger Spiele ist ein junger Spieleverlag, der originelle Familien- und Gesellschaftsspiele veröffentlicht, die einfach Spaß machen.

Das ist nicht nur ein Marketingsatz. Für ihr erstes Spiel kreuzte Tanja Philippeit zwei Dinge: Mau Mau und die digitale Welt der Emojis. Ein cleverer Schachzug, weil sie dadurch mit relativ wenig Aufwand ein Spiel schuf, das eine Brücke zwischen der alten und der jungen Generation schlägt.

  • Mau Mau ist in breiten Kreisen bekannt – Eltern können es
  • die Emojis liegen im Trend – Teenager lieben sie

Sie bohrte das Spiel mit neuen Aktionskarten weiter auf und schuf damit sozusagen einen Turbo-Klassiker für die ganze Familie. Damit folgt Tanja Philippeit dem Grundsatz aus unserem Buch Smart Business Concepts: Schaffen Sie Longseller. Ihr erstes Produkt kann also über Jahre im Sortiment bleiben.

Die Seite konzentriert sich auf das erste Spiel. Dies zeigt sich besonders gut in der Responsiv-Ansicht:

case-study-responsiv

Macht ein Spiel schon einen Verlag?

Natürlich. Wenn man ein Konzept hat. Hinter den Kulissen entwickelt Tanja bereits an den nächsten zwei Spielen. Darunter ein Spiel, dem wir einen sehr hohen regionalen Zuspruch zutrauen. Daher ist jetzt der optimale Zeitpunkt, auch mit der Website öffentlich zu gehen. Gerade Deutsche machen immer wieder den Fehler zu glauben, sie müssten fertig sein, um etwas aufzubauen. Genau das geht im smarten Marketing aber nicht. Starten Sie mit Ihrer Website, sobald Sie eine erstes Ergebnis haben.

Wie geht es Tanja Philippeit mit ihrem Solopreneur-Verlag?

Sie schrieb uns

Der Verkauf von Emojical Mau-Mau läuft gut an. Ich bekomme sehr positive Rückmeldungen zu meinem Spiel und erfreue mich jeden Tag aufs Neue an der Vorstellung, dass vielleicht gerade irgendwo eine Familie mein Spiel spielt und eine schöne Zeit miteinander verbringt. Nach einem Jahr intensiver Arbeit bin ich an dem Punkt angekommen, an dem aus den ersten vagen Ideen ein ganz reales Geschäft geworden ist. Die neue Flexibilität durch das Solopreneurdasein, die es mir möglich macht, Beruf und Familie viel entspannter unter einen Hut zu bringen, möchte ich nicht mehr missen.

Es ist also bereits viel passiert. Trotzdem ist gerade zu Beginn der Mut zur Lücke gefragt. Tanja Philippeit arbeitet als Solopreneurin hinter den Kulissen an neuen Angeboten. Bis diese aber stehen, gilt es, auf der Website nicht zu viel und nicht zu wenig zu sagen. Wer zu viel ankündigt, dies aber nicht hält, wird später abgestraft. Deswegen ist die Seite ein gelungenes Beispiel einer „das erste Jahr mit dem ersten Produkt“ Seite, einer Promotion-Site mit dem ersten Tragschicht-Produkt auf der Produkt-Treppe®.

Weitere Strategie des Verlagaufbaus

„Starnberger Spiele“ ist eine Verlagsmarke. Tanja Philippeit geht nicht über eine Personenmarke, wie dies viele Solopreneur-Experten tun. 2016 war das Jahr der Grundlagen, 2017 ist das Jahr des Markenaufbaus. Es gilt HändlerInnen zu gewinnen, die sich auf Neuerscheinungen dieses Verlages freuen.

case-study-starnberger-spiele

Von den bisher verkauften Spielen wurden zu Beginn gut 50% über Amazon verkauft und die andere Hälfte über den regionalen stationären Handel. Inzwischen gehen sogar 75% bei Amazon über die Online-Ladentheke. Für die ersten Tests war das gut, ihr ist es aber wichtig, ihren Verlag in keine zu große Abhängigkeit von Amazon zu bringen. Daher arbeitet sie auch an weiteren Standbeinen.

Langfristig will Tanja ihren Verlag in vier Marktfeldern aufstellen:


  • amazon
  • stationärer Handel regional
  • bundesweiter Handel
  • eigener Online Shop

Den regionalen Handel im Starnberger bzw. Münchner Raum wird Tanja Philippeit weiterhin selbst ansprechen. Der direkte Kontakt mit den Händlern macht ihr großen Spaß und deren Feedback ist für sie außerdem wichtig für die weitere Spieleentwicklung. Darüber hinaus ist es aber für eine Solopreneurin und Selfpublisherin schwer, selbst bundesweit Händler anzusprechen. Deutschlandweit oder sogar international wird sie daher die Plattform des Spielegroßhändlers Spiel direkt nutzen. Für die Präsenz auf Messen arbeitet sie an einer anderen Kooperation.

Welche Rolle spielt die Website?

Zwei elementare Aufgaben erfüllt diese Platzhalterseite

  • Vertrauensaufbau, Markenetablierung
  • Suchmaschinenposition aufbauen

Marke etablieren

Im ersten Jahr finden viele Gespräche statt. Mit Freunden, Händlern, Kooperationspartnern. All diese Personen möchten wissen, was neu entsteht. Die Website flankiert dies und gibt sofort das Signal: der Verlag kommt, es lohnt sich, mit mir zusammenzuarbeiten. Selbst wenn diese Website noch nicht keinen großen Traffic hat, ist sie zum Marken- und Vertrauensaufbau zwingend notwendig.

Suchmaschinenposition

Auch die kleine One Page Seite erfüllt bereits einen strategisch sehr wichtigen Zweck: Die Suchmachinenposition aufzubauen. Wer heute bei Google „Starnberger Spiele“ eingibt, findet auf Position 1 die Website von Tanja Philippeit. Die fünf Plätze danach sind ihr Facebook-Kanal und amazon (Stand 27.11.2016):

Smart Marketing Trefferliste

Im smarten Marketing spielt die Marke eine große Rolle, weil über die Markenbildung eine bessere Platzierung bei Google erreichbar ist. Würde sie versuchen, bei einem Keyword wie „Familienspiele“ sofort eine Top Position erreichen zu wollen, müsste sie dort Konkurrenten wie Ravensburger, Weltbild oder myToys verdrängen. Für den Start ein utopisches Ziel. Ohnehin googeln am Anfang die Händler den Markennamen „Starnberger Spiele“. Sie geben kein allgemeines Keyword ein, um zu prüfen, wer der neue Verlag ist.


Fazit

Die Platzhalterseite von Tanja Philippeit zeigt, was „Mut zur Lücke“ beim Start bedeutet. Sie arbeitet im Hintergrund am Aufbau ihres Spiele-Sortiments, promoted als Proof of Concept das erste Spiel. Der Verkauf erfolgt noch auf anderen Kanälen, hauptsächlich über amazon und den regionalen Handel, die Seite ist aber bereits im Index und belegt unter dem Suchwort „Starnberger Spiele“ Platz 1 bei Google. Damit ist der Start des Smart Business sauber im Netz flankiert und auf dieser Position entsteht dann Stück für Stück die weitere Seite.


Mut zur Lücke – Artikelserie

Mut zur Lücke – Einführungsartikel

Fallbeispiel 01 – Solopreneur Experte – Christoph Berger mit Applied Go

Fallbeispiel 02 – Solopreneur Verlag – Tanja Philippeit mit Starnberger Spiele

Fallbeispiel 03 – Solopreneur Podcasterin – Sina Paris mit Girl Meets Business

Fallbeispiel 04 – Smarter Patentservice – Thomas und Ricardo mit EVOip

Fallbeispiel 05 – Solopreneur Meditationsplatz – Sabine Wagner mit Zenplaces